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Manufaktur

„Es war stets das Bestreben meiner Manufaktur, nur Qualitätsware zu liefern, und ich bleibe bemüht, die Qualität noch dauernd zu heben. Von Mancher Seite werden Heute minderwertige Artikel zu billigeren Preisen angeboten. Ich lasse mich hierdurch aber keinesfalls von meinem Grundsatz abbringen, da Qualitätsware sich stets wieder durchsetzen wird. Wer bestrebt ist, Ehre mit seiner Lieferung einzulegen und sich die Kundschaft auch für Nachbestellungen zu sichern, wird immer nur das beste vom Guten wählen. Qualitätsware ist die billigste und nur diese ermöglicht ein reibungsloses und dauerndes Geschäft.“
So bekannte, versprach und druckte Wilhelm Conze bereits 1926 in seinem Katalog sein Verständnis der Manufaktur Deumer für Qualität. Dieses Bekenntnis gilt für die Manufaktur Deumer bis Heute, einer Zeit, in der der Feind des Guten nur noch selbst das Bessere ist, sondern oftmals das Banale und Schlechtere. Bis heute strebt Deumer nach handwerklicher Perfektion als Gegenkonzept zu einem alles banalisierenden Massenkonsum.

Definition Manufaktur

Wikipedia schreibt zu dem Begriff Manufaktur: „Eine Manufaktur (von lat. manus „Hand“ und lat. facere „erbauen, tun, machen, herstellen“) ist eine in weiten Teilen der Welt heute nur noch im kleinen Rahmen existente Art von produktivem Betrieb. …. Manufakturen lösten das mittelalterliche Handwerk ab, auf sie selbst folgten wiederum die Fabriken. Manufakturen entstanden in Europa in der Frühen Neuzeit ….“ Das englische Wort „Manufacturing“ erinnert heute noch an diese Zeit.
In einer Manufaktur vereinigten sich mehrere Handwerke unter einem Dach, um Waren in Serie mit starker Spezialisierung und Arbeitsteilung herzustellen. Technischer Fortschritt äußert sich vorwiegend in der Herstellung neuartiger Werkzeuge und der Verfeinerung vorhandener. Er überwindet den durchweg handwerklichen Charakter der Produktion in Manufakturen nicht.

 

Manufakturen Heute

Die Initiative Deutscher Manufakturen, in der sich aktuell fast 30 der renommiertesten deutschen Manufakturen zusammengeschlossen haben definiert: “Heute, im Zeitalter der industriellen Produktion, steht der Begriff Manufaktur für eine neue Form der Exklusivität, für handgefertigte und maßgeschneiderte Produkte von außergewöhnlich hoher Wertigkeit und Qualität. Die Authentizität und Individualität der Manufaktur-Produkte werden von immer mehr Kunden gesucht. Sie schätzen die Transparenz des Produktionsprozesses und der verwendeten Materialien. Nicht zuletzt prägen die Mitarbeiter in den Manufakturen mit ihrer (Hand-)Arbeit den besonderen Charakter der Produkte.“

Deumer - eine Manufaktur für Manschettenknöpfe und anderes Taschensilber

Für die Anfertigung von Manschettenknöpfen bedarf es unterschiedlichster Handwerke, die sich auch heute noch nach150 Jahren in den Werkstätten von Deumer in Lüdenscheid „unter einem Dach“ zusammen arbeiten.

Bei den Graveuren - Manufaktur trifft Künstler

Die Produktion beginnt mit der Erstellung eines Prägewerkzeuges aus den Händen des Graveurs. Er ist Künstler und Handwerker zugleich. Er sticht das spätere Motiv in Stahl und legt so das Fundament. Deumer hatte immer wieder das Glück Deutschlands beste Graveure auszubilden, zu beschäftigen oder mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

In der Präge

Der Präger gibt dem Manschettenknopf seine Form und Motiv. Ist das Werkzeug gehärtet wird aus Silber oder Gold ein Rohling in der richtigen Stärke ausgeschnitten, einzeln und von Hand in eine Prägepresse eingelegt und mit bis zu 800T 1x, 2x oder 3x geprägt. Sorgfalt und besondere Kenntnisse beim Einrichten und Bedienen sind entscheidend, um einerseits nicht das Werkzeug und die Arbeit des Graveurs zu zerstören und andererseits ein Ergebnis in wiederholbarer und hoher Serienqualität sicherzustellen. Nach dem Prägen wird das Werkstück entgratet und erhält seine endgültige Außenform.

 

In der Emaillierei - Manufaktur seit 3500 Jahren

Die Manufaktur Deumer ist Heute Deutschlands einzige Manufaktur, die noch die Kunst des Emaillierens in Serie beherrscht und anbietet. Die erste bekannte Emailarbeit ist 3500 Jahre alt und ist als Grabbeigabe in mykenischen Gräbern auf Zypern gefunden worden.

Aus der Vielzahl der Emailletechniken kommt in der Manufaktur Deumer die Kunst der Cloisonné- bzw. Champlevé Emailletechink als Untergruppe der Technik des Schmuckemailles zum Einsatz. Dabei wird das spätere Motiv in Form durch Stege getrennter Vertiefungen in Metall geprägt. Diese Vertiefungen werden dann mit einem in einer speziellen Flüssigkeit angesetzten Emaille-Pulver für jede Farbe des Motivs nacheinander jeweils getrennt aufgefüllt, getrocknet, gebrannt, geschliffen noch einmal gebrannt und schließlich poliert. Eine besonders schöne und beliebte Variante ist die sogenannte „émail en basse taille“-Technik, übersetzt „Flachschnitt-Email“. Meist einfarbig und transparent wird in den Grund der zu emaillierenden Vertiefung noch einmal vertieft ein Motiv graviert. Das Motiv selbst wird dann durch die unterschiedlichen Emaillestärken als hell/dunkel-Kontrast im fertigen Produkt und erst auf den zweiten Blick sichtbar. Gute Emailleure brauchen ca. 5 Jahre Ausbildung und Erfahrung um dieses Handwerk sicher und wiederholbar auszuüben.

In der Löterei wird aus Einzelteilen ein Ganzes

Das Löten verbindet Vorder- und Rückseite des Manschettenknopfes mittels Steg. In der Königsklasse wird hart gelötet, das heißt das Material aller Einzelteile wird bis kurz vor den Schmelzpunkt erhitzt und dann gefügt. Dadurch entsteht eine nicht lösbare homogene Verbindung.

Eine saubere Lötstelle ist nicht zu sehen. Das ist das Können der Löter. Eine besondere Herausforderung ist das Hartlöten emaillierter Teile, da diese ebenfalls während des Lötprozesses bis zu Ihrem Schmelzpunkt erhitzt werden. Wenn dabei die Farben verbrennen, sich im Abkühlprozess verstellen oder durch die Oberflächenspannung der unterschiedlichen Materialien reißen, war alle Arbeit umsonst, denn einen 2. Versuch gibt es nicht. Diese wie auch die anderen Arbeiten sind Handwerke die den Namen Manufaktur ehrlich verdienen.

 

Eine Manufaktur braucht starke Hände: In der Poliererei

Diese Abteilung in der Manufaktur gibt jedem Werkstück seine endgültige Oberflächenstruktur. Noch verbliebene Kanten und Grate werden geschliffen, alle Flächen werden entweder komplett oder teilweise mattiert und poliert. Besonders das Polieren erfordert viel Kraft, Übung und Sorgfalt damit auch kleinste Unebenheiten ausgeglichen werden. Poliert wird auch heute noch von Hand auf dem Polierbock mit einer Vielzahl von Scheiben aus unterschiedlichsten Materialien und einer noch größeren Zahl von Polierpasten.

In der Galvanik entsteht der Glanz

Die Galvanik ist eines der Herzstücke der Manufaktur Deumer. Jedes Werkstück erhält hier seinen finalen Edelmetallüberzug für die Oberflächenfarbe. Wikipedia definiert diese Technik der Elektroplattierung als … „ die elektrochemische Abscheidung von metallischen Niederschlägen (Überzügen) auf Substrate (Gegenstände). Die Geschichte der Galvanik, wie die Galvanotechnik umgangssprachlich bezeichnet wird, geht zurück auf den italienischen Arzt Luigi Galvani, der am 6. November 1780 den nach ihm benannten Galvanismus entdeckte“.
Auch dieses Handwerk erfordert den Spezialisten, eine gründliche Ausbildung, und jahrelange Erfahrung, nicht zuletzt um allen Umweltauflagen beim Umgang mit den im Prozess eingesetzten Säuren und Laugen Rechnung zu tragen. Deumer investiert laufend in die neueste Technologie um seiner Verantwortung für die Umwelt und Nachhaltigkeit gerecht zu werden.
Die Manufaktur Deumer bietet seinen Kunden die unterschiedlichsten Oberflächen: Nickel, Silber und Antiksilber, Gold, Bronze und Rhodium. Die Überzüge enthalten soweit notwendig zusätzlich einen auf Nanobasis entwickelten Korrosionsschutz, der später das bekannte Anlaufen von Metall, besonders Silber, verhindert.

Am Packtisch kommen die Dinge zusammen

Endlich kommt der fertige Manschettenknopf, die Auszeichung, der Orden oder die Medaille in die seit Alters her so bezeichnete Packstube. Kundige Augen und Hände in weißen Handschuhen montieren, kontrollieren und verpacken jedes Produkt, bevor es endlich seine Reise aus der kleinen Manufaktur im Sauerland zu unseren Kunden in Deutschland, in Europa, Asien und in Übersee antritt. Jedes Produkt begleitet das Qalitäts-Versprechen von Wilhelm Conze, das Bestreben mit jeder Lieferung die eigene Ehre einzulegen und immer nur das Beste vom Guten zu liefern.

Sind Manufakturen noch zeitgemäß?

Ja, Manufakturen sind noch zeitgemäß. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Diskussion um die Work-Life -Balance, dem Ausgleich zwischen Arbeit und Leben. Etwas Schönes mit den eigenen Händen fertigen zu können, macht die eigene Arbeit wieder sinnvoll und erlebbar. Produkte aus einer Manufaktur sind langlebig und schon deswegen nachhaltig. Die perfekte Handarbeit, die hohe Qualität und zeitlos klassische Eleganz von Manufaktur-Produkten sind der Gegenentwurf des modernen Menschen zu einem zunehmend alles banalisierenden Massenkonsum.