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Historie

Lüdenscheid, der Sitz des Unternehmens, liegt im Herzen einer Region, die auf 2000 Jahre Metallproduktion zurückblicken kann. Schon die ältesten Dokumente erzählen die Geschichte von Familienbetrieben, die ihr Wissen von Generation zu Generation weiter getragen haben. Das Eisenerz stand am Anfang, das Können kam hinzu, so dass bereits im 13. Jahrhundert Schmiedewaren an die großen europäischen Handelsplätze in Flandern, England und Böhmen gehandelt wurden. Glänzende Schilde und die berühmten geschmeidigen Kettenhemden aus der heimischen Drahtproduktion sind wohl die spannendsten Produkte dieser Epoche.

Als ein Kind dieser Tradition erlernte auch Wilhelm Deumer das Handwerk der Metallverarbeitung. Nicht mehr Ritterrüstungen, sondern Metallknöpfe bestimmten die Nachfrage im 19. Jahrhundert. Es war die Zeit der Firmen-, Parteien- und Vereinsgründungen. Deumer erkannte den wachsenden Markt für Firmenzeichen, Medaillen und Mitgliedsabzeichen. Es gelang ihm, einen Partner zu beteiligen, der in Paris eine bahnbrechende Technik des Vergoldens kennengelernt hatte. Und so gründete er 1863 die erste deutsche Fabrik für Medaillen und Abzeichen. Das uralte Können des Metallhandwerks der Region mit neuesten Fertigungstechniken aus aller Welt zu verbinden, wurde zum Leitsatz der Fertigung des Hauses Deumer. Aus Ehrfurcht für die alte handwerkliche Tradition seiner Stadt wählte Wilhelm Deumer als eigenes Firmenzeichen den Ritterschild.

Er hatte seine Firma richtig ausgerichtet. 1905 beschäftigte Deumer weit über 200 Mitarbeiter und gehörte zu den bekanntesten Herstellern für Abzeichen und Medaillen in Deutschland. Es war das Jahr, in dem Wilhelm Conze das Unternehmen von Deumers Sohn Hugo übernahm, der kinderlos geblieben war. Wilhelm Conze war Kaufmann. Als siebtes Kind eines Seidenfabrikanten war er in einem Haus aufgewachsen, das mit hochwertigen Seidenstoffen den europäischen Markt belieferte. Er lebte als Textilkaufmann vier Jahre in London und war fasziniert von der Eleganz der Mode und der Accessoires des Edwardian Style. Als er erfuhr, dass die Fabrik für Abzeichen und Medaillen Deumer einen Nachfolger suchte, kehrte er nach Deutschland zurück.

 

Auch er war ein Unternehmer, der auf Tradition und Innovation setzte. Er modernisierte die Fertigung und die Fabrikgebäude, investierte in die erstklassige handwerkliche Ausbildung der Lehrlinge und schuf eine neue Abteilung: Schmuck-Accessoire für Herren.

Dies war Wilhelm Conzes Leidenschaft seit Londoner Tagen. Die Firma lernte das Setzen von Steinen, verfeinerte die Technik des Emaillierens, Polierens und Galvanisierens. Es war sein Stolz, jedes Jahr eine feine Kollektion Manschettenknöpfe, Geldscheinklammern und Krawattennadeln herauszubringen, die sich an dem neuesten Stil orientierte. In seinem Testament verfügte er den Auftrag an die kommenden Generationen, diese Serie weiterzuführen und zu vervollkommnen.

Ein segensreicher Auftrag. Über 100 Jahre hat das Streben nach handwerklicher Perfektion und gestalterischer Vollendung die Produktion des Hauses Deumer in allen Abteilungen gefördert. Seien es unsere Sportmedaillen, seien es unsere hochwertigen Firmengeschenke und Abzeichen für Autohersteller, Kanzleien, Hotels, Banken und Versicherer in der ganzen Welt, sei es das Kühlerwappen für den Porsche – alles beginnt bei uns auch heute noch mit der uralten Kenntnis des Metalls und seiner Möglichkeiten und mit der Liebe zu unserem schönen Handwerk, die von kundigen Händen an die nächste Generation weitergereicht wird.

Dass aber heute feinste Manschettenknöpfe in Teakdosen mit meerblauem Wappen in die Welt geschickt werden, liegt nur daran, dass 1904 Wilhelm Conze auf einem Segler über den Kanal von London nach Deutschland zurückkehrte und von seinen eigenen Kollektionen feinster Accessoires träumte.