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Der perfekte Manschettenknopf

Den perfekten Manschettenknopf gibt es natürlich nicht, denn Manschettenknöpfe sind so unterschiedlich wie Ihre Träger. Trotzdem gibt es ein paar Kriterien, an denen sich ein Manschettenknopf messen lassen müssen.

Das perfekte Manschettenknopf Design ist schlicht

Design, verstanden als das Motiv der Vorderseite ist sicherlich nicht das wichtigste Kriterium, wenn es um den perfekten Manschettenknopf geht. Aber da diese Vorderseite in der Regel ins Auge fällt, soll Design am Anfang stehen.

Unterschieden werden in der Regel die scheinbar neutralen Ornamente und die offensichtlich inhaltsbeladenen gegenständlichen Motive. Letztere können ein schönes Statement der Individualität des Trägers sein, vorausgesetzt der Manschettenknopf ist aus Edelmetall oder alt und geerbt. Keinesfalls aber sollten es die Logos teurer Designermarken oder Luxuskarossen sein und somit dokumentieren, dass man sich weder das Auto noch den Anzug leisten kann oder aber den dezenten Charme von Neureich, und damit per definitione stillos verbreiten.

Motive wie Golf, Jagd und andere Hobbys sind möglich, schränken aber die Alltagstauglichkeit des Manschettenknopfes stark ein, denn im Büro oder im Theater spielt man weder Golf noch jagd man dem Schwein oder Hasen nach. Lebensweisheiten wie Ja und Nein, Wasserhähne oder Totenköpfe scheiden grundsätzlich aus. Gleiches gilt für USB-Sticks, Kompanten, Uhrwerke und ähnliche meist gar nicht oder nur schlecht funktionierenden Gebrauchsgegenstände.

Damit gehört dem neutralen Ornament der Vorzug. Aber Vorsicht, auch hier lauern die Gefahren übergroßer Steine, egal ob aus Glas oder echt. Der perfekte Manschettenknopf ist also eher schlicht und unauffällig, meist rund, oval, quadratisch oder rechteckig, neutral, mit einem kleinen, dafür echtem Edelstein bzw. einer Einlage aus Emaille in dezenter Farbe bzw. einem Farbstein, etwa Onyx oder Perlmutt.

 
 

Silber und Gold ist das perfekte Manschettenknopf Material

Der perfekte Manschettenknopf ist aus 925 Sterling Silber, Vermeil oder 14 bzw. 18 karätigem Gold. Vermeil bedeutet 925 Sterling Silber, dass zusätzlich hartvergoldet wird. Edelstahl ist ein Material, dass für Kochtöpfe und Chirurgenbesteck Verwendung finden sollte, keinesfalls aber für den perfekten Manschettenknopf. Zwei Ausnahmen sind beim Material erlaubt: Alt oder geerbt geht immer, Seidenknoten sind, besonders bei jungen Menschen eine ehrliche und damit gute, wenn auch nicht die perfekte Wahl.

Wann trägt man Gold, wann Silber

So wie früher für Schuhe galt „No brown after dark“, so galt für den Manschettenknopf „No gold before Dark“. Beides hat sich inzwischen überlebt, wird aber immer noch gerne gelebt. Wer also kein „Gold-typ“ ist, heißt, eine goldfarbene Brille oder Gürtelschließe bzw. eine goldene Uhr trägt, sollte tagsüber lieber die silberne Variante wählen. Abends gerne Gold, auch mit etwas größeren (immer noch echten) Steinen. Der Smoking mit zu einander passenden Manschetten- und Smokingknöpfen aus Gold mit Saphir oder Rubin im Cabochonschliff ist der Klassiker schlechthin.

Furnitur follows Funktion, auch bei Manschettenknopf Der perfekte Manschettenknopf sollte auch perfekt funktionieren und die Funktion eines Manschettenknopfes besteht darin, die Hemdmanschetten zu verschließen und zwar einfach, sicher und formschön. Es werden prinzipiell 3 Möglichkeiten geboten:

 
 

Die Kette ist der Archetyp der Manschettenknopf Furnitur

Die Kette und ein meist identischer 2. Knopf als Rückseite. Diese, auch als die britische Variante bezeichnete Lösung hat den Vorteil der Tradition und einer zweiten gleichberechtigten Rückseite. Sie ist der Archetyp des Verschlusses und dafür verantwortlich, dass der perfekte Manschetten-knopf immer 2 Seiten hat. Nachteil der Kette ist Ihre Bedienbarkeit. Sehr schwierig, häufig nur un-ter zur Hilfenahme einer dritten und vierten Hand. Immer wieder wird deswegen versucht den Är-mel mittels Manschettenknopf schon vor dem Anziehen des Hemdes zu schließen. Ein untauglicher Versuch bei einem gut geschneiderten Hemd, denn er führt unweigerlich zum Zerreißen der filigra-nen Kette. Erschwerend hinzu kommt, dass außerhalb des britischen Empires die Knopflöcher zu klein für die große Rückseite sind, insbesondere in den Asiatischen Ländern.

Der Bequemlichkeitsbügel wurde in Amerika erfunden

Der Bequemlichkeitsbügel, erfunden in den USA von George Krementz gegen Ende des 19. Jahr-hunderts, revolutionierte den Manschettenknopf. Statt der zweiten teuren und schwer zu bedienen-den Seite erfand er einen drehbarer Bügel. Dieser Bequemlichkeitsbügel halbierte den Preis des Manschettenknopfes fast und ist extrem einfach zu benutzen. Das ganze konnte darüber hinaus auch noch maschinell gefertigt werden. Krementz, der im Alter von 8-9 Jahren mit seinen Eltern von Deutschland nach Amerika ausgewandert war, ist es zu verdanken, das der Manschettenknopf Ein-zug hielt in die bürgerliche Welt und alltäglicher Teil männlicher Garderobe wurde. Ihm ist es auch zu verdanken, dass der Großteil der Manschettenknöpfe Heute noch diesen Mechanismus hat, und wer es nicht besser weiß, könnte annehmen, dass dies auch so sein müsste, da immer schon so gewe-sen. Aber leider ist einfach und bequem nicht immer richtig und schon gar nicht perfekt: Nicht schön, keine zweite Seite und wenn nicht wirklich von guter Qualität, ebenfalls sehr schnell kaputt. Dazu, weil Preis im Vordergrund stand und steht, ist ein solcher Manschettenknopf selten aus Edelmetall.

 
 


Die perfekte Manschettenknopf Furnitur kommt aus dem Sauerland

Der feste Steg mit fester Gegenplatte ist die 3 dritteVariante und wird dem Sauerländer Fabrikan-ten Wilhelm Conze zugeschrieben. Der Sohn einer Seidenweberfamilie aus dem Rheinisch-Bergischen Land war für die Mode in England gewesen, hatte sich in Manschettenknöpfe verliebt und begann nach seiner Rückkehr und Übernahme der Abzeichenfabrik Wilhelm Deumer in Lüden-scheid im Sauerland dort ebenfalls Manschettenknöpfe zu produzieren. Genau wie Kredenzt wollte auch er sich mit der britischen Lösung nicht abfinden und suchte nach einer Alternative.

Sie sollte einfach zu handhaben sein, stabil, auf jeden Fall zwei Seiten haben, sich nicht verdrehen und die Manschetten eng zusammenhalten. Zu dieser Zeit befand sich unter den Mitarbeitern bei Deumer Wilhelm Jüngermann, ein junger Auszubildender, der Jahrzehnte später einer der berühm-testen Graveure Deutschlands werden sollte. Wilhelm Conze, der dessen Talent früh entdeckt hatte, rief Jüngermann zu sich und erklärte Ihm seine Idee einer neuartigen Furnitur. Jüngermann zeichne-te und fertigte Prototypen. Gemeinsam probierten, verwarfen und optimierten sie die Ergebnisse immer wieder, bis nach ca. sechs Monaten die Deumer-Furnitur erfunden war: Einfach zu Knöpfen, stabil um Generationen zu überdauern, zwei Seiten, durch die Breite des Steges gegen Verdrehen geschützt und die Manschetten eng zusammengehalten. Und wie alle guten Ideen war Wilhelms Conzes Lösung verblüffend einfach: Die Kette hatte er durch einen festen etwa drei mm breiten Steg ersetzt, den rückseitigen Knopf verkleinert auf die ungefähre Größe eines Hemdenknopfes, jedoch noch groß genug um sie als zweite Seite mit Motiv oder Gravur zu nutzen

Lange ein Erkennungsmerkmal für den Deumer Manschettenknopf, fand seine Idee im hochwerti-gen Manschettenknopf Sortimenten dann doch immer wieder Nachahmer, seit der Renaissance der Manschettenknöpfe um das Jahr 2000 auch im Bereich des Modeschmucks. Aktuell scheint so zu sein, dass diese Variante sich durchsetzt, vielleicht ja weil sie nahezu perfekt ist.

 
 

Der Manschettenknopf im Test der Zeit

Der Test der Zeit trennt die Spreu vom Weizen, den kurzfristigen Modetrend vom echten Klassiker, qualitativ einfache Massenware vom hochwertigen handgefertigten Manufakturprodukt. Wenn ein Manschettenknopf zur Taufe geschenkt und zur silbernen Hochzeit getragen immer noch genauso aktuell aussieht und einwandfrei funktioniert wie Jahrzehnte zuvor, dann hat dieser Manschetten-knopf auch den Test der Zeit überstanden. Welcher Manschettenknopf wird das sein? Der Klassi-ker, schlicht aber elegant gestaltet aus hochwertigem Material mit der Deumer Furnitur. .

Der perfekte Manschettenknopf

Passt ein einziger Manschettenknopf perfekt zu jedem Anlass, zu jedem Outfit. Nein, denn perfekt wäre es zu jedem Anlass und zu jedem Outfit den einen perfekt passenden Manschettenknopf zu tragen. Die Frage ist also eher, welcher Manschettenknopf lässt seinen Träger zu möglichst vielen Anlässen und zu möglichst vielen Outfits gut aussehen. Die Antwort ist: Möglichst schlicht, zwei Seiten, Silber oder Gold. Müsste der Autor wählen, würde er sich entweder für Deumers Knoten entscheiden oder für das linsinge Oval mit emailblauer Einlage. Bei Material und Farbe eher Silber als Gold, da mehr Anlässe Silber zulassen, lediglich zum Smoking wären beide Modelle in Silber nicht perfekt. Also am Besten die linsigen Ovale in Gold oder Vermeil mit blauer Emailleeinlage, alternativ eventuell mit einem kleinen Stein, die Knoten in Silber für jeden Tag, egal ob im Büro oder in der Freizeit.